Christoph Plett: Zweite multimediale Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank an einer Schule im Landkreis Peine – diesmal am Ratsgymnasium Peine.

Mrz 03, 2022

Die Darsteller des „Theater in der List“ hatten schon bei der Lesung am Gymnasium Groß Ilsede im vergangenen September Geschichte für die Schülerinnen und Schüler erlebbar gemacht – das ist erneut eindrucksvoll gelungen.

Marie-Madeleine Krause und Willi Schlüter vom „Theater in der List“ in Hannover haben den Schülerinnen und Schülern des Peiner Ratsgymnasiums vor wenigen Tagen in einer Doppelstunde Ausschnitte aus dem Tagebuch der Anne Frank vorgetragen.

Wie bei der Lesung am Gymnasium Groß Ilsede im vergangenen September war es das Ziel der beiden Darsteller, den Schülerinnen und Schülern in der Aula des Ratsgymnasiums nicht einfach ausgewählte Textpassage vorzulesen, sondern die Geschichte mithilfe von zeitgenössischen Bild- und Tondokumenten sowie verschiedenen darstellerischen Einlagen besonders erlebbar zu machen. So ist es ihnen auch am Ratsgymnasium gelungen, die Zuhörerinnen und Zuhörer für etwa 90 Minuten gedanklich in die Welt der Anne Frank in der ersten Hälfte der 1940er Jahre zu versetzen und sie so in die Lebenswirklichkeit einer fast Gleichaltrigen zu bringen – einer Gleichaltrigen von vor knapp 80 Jahren. Aus Einzelschicksalen und scheinbar anonymen Gruppen („die Juden“ oder „die Flüchtlinge“) sind so für die Zuhörerinnen und Zuhörer Menschen geworden, viel nahbarer und besser zu verstehen.

Ich empfinde es aktuell als besonders wichtig und hilfreich, dass das Theater in der List uns niedersächsischen Landtagsabgeordneten erneut angeboten hatte, ein Theaterstück unserer Wahl an eine Schule zu spenden. Gerade vor dem Hintergrund des schrecklichen Krieges in der Ukraine ist es mir eine besondere Herzensangelegenheit, aufzuzeigen, wohin Kriege und oftmals damit einhergehende menschenfeindliche Ideologien führen können. Niemals darf dabei das Andenken an Anne Frank und das so unendlich vieler weiterer Schicksale vergessen werden.

Nochmals geht daher mein herzlichster Dank an das Theater in der List und die beiden hervorragenden Darsteller! Es wird übrigens noch eine dritte Aufführung des Stückes geben: Am 29. März kommt das Theater in der List mit seiner Lesung zum Tagebuch der Anne Frank zur Realschule in Hohenhameln.